Berlin Biennale
6. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst
11.6.–8.8.2010
5. Berlin Biennale

5. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst
When things cast no shadow"
5.4.-15.6.2008 

Hier finden Sie die Website der 5. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst

Nach zehn Wochen ist die von Adam Szymczyk und Elena Filipovic unter dem Titel When things cast no shadow kuratierte 5. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst am Sonntag, den 15. Juni 2008, zu Ende gegangen.

When things cast no shadow bestand aus zwei Teilen, bei Tag und bei Nacht: Der tagsüber stattfindende Teil der 5. Berlin Biennale war an vier Ausstellungsorten zu sehen – den KW Institute for Contemporary Art, der Neuen Nationalgalerie, dem Skulpturenpark Berlin_Zentrum und dem Schinkel Pavillon – und stellte vornehmlich Neuproduktionen von 50 KünstlerInnen vor. In der Nacht wurde die Ausstellung durch 63 abendliche Veranstaltungen – Performances, Filme, Vorträge und Workshops – unter dem Titel Mes nuits sonts plus belles que vos jours mit über 100 weiteren KünstlerInnen und KulturproduzentInnen an verschiedenen Orten in Kooperation mit unterschiedlichen Institutionen und mit großer Unterstützung der FABA Foundation erweitert. Von den fünf von KünstlerInnen kuratierten Ausstellungen im Schinkel Pavillon ist die letzte noch bis zum 29. Juni 2008 zu sehen.

Die begleitende Publikation sowie der Kurzführer TAG und die NACHT Agenda wurden von der LUMA Foundation unterstützt und wie die anderen Printprodukte der 5. Berlin Biennale von Ludovic Balland gestaltet.

Die 5. Berlin Biennale fand mehr Interesse beim nationalen wie internationalen Publikum und bei den nationalen wie internationalen Medien als je zuvor. Die 5. Berlin Biennale, die erneut von der Kulturstiftung des Bundes unterstützt wurde, konnte rund 100.000 BesucherInnen zählen. Über 900 Berichte in Tages-, Wochen- und Fachpublikationen aus aller Welt mit einer Gesamtauflage von vielen Millionen, sowie zahlreiche internationale Berichterstattung in den elektronischen Medien sprechen für sich. Detaillierte Informationen zur 5. Berlin Biennale – zu den teilnehmenden KünstlerInnen, den Ausstellungsorten, dem Nachtprogramm und den Publikationen – finden Sie weiterhin auf unserer Webseite unter www.berlinbiennale.de.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) verwies auf den besonderen Stellenwert dieser ambitionierten Ausstellung:  „Die Berlin Biennale hat sich mit ihrer fünften Ausgabe bereits zu einer festen und beachteten Größe in der nationalen und internationalen Kunstszene entwickelt.“

Der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes hat in seiner Sitzung im Dezember 2007 entschieden, auch der 6. und 7. Berlin Biennale eine Förderung in Höhe von jeweils 2,5 Mio. Euro zukommen zu lassen. Damit garantiert die Förderung der Kulturstiftung des Bundes, dass die in dieser Stadt „wichtigste Veranstaltung für internationale zeitgenössische Kunst“ bis 2012 finanziell abgesichert ist.

 
BesucherInnen
Die Eröffnungstage vom 3. bis 6. April 2008 deuteten diesen überragenden Erfolg bereits an. Allein während des ersten Wochenendes kamen ca. 20.000 Gäste aus dem In- und Ausland, darunter namhafte MuseumsdirektorInnen, AusstellungsmacherInnen, MedienvertreterInnen, SammlerInnen, GaleristInnen und KünstlerInnen aus aller Welt sowie der polnische Kulturminister Bogdan Zdrojewski.
Zum zweiten Mal wurde mit freundlicher Unterstützung der Allianz Kulturstiftung, des Goethe-Institut e. V. und BMW ein 10-tägiger Workshop für junge KuratorInnen von den KW Institute for Contemporary Art unter dem Titel Eyes Wide Open organisiert. 13 KuratorInnen aus ebenso vielen Ländern diskutierten über verschiedene Formen der kuratorischen Praxis, u. a. mit Ute Meta Bauer, Galit Eilat, Charles Esche, Maria Lind, Hans Ulrich Obrist, dem KuratorInnenkollektiv WHW, den KuratorInnen der 5. Berlin Biennale, Adam Szymczyk und Elena Filipovic, und mit zahlreichen KünstlerInnen der Ausstellung.

Die „AgentInnen“ des Vermittlungsprogramms der 5. Berlin Biennale (Secret Service) haben insgesamt über 400 Stunden an Ausstellungsgesprächen und Workshops zur 5. Berlin Biennale bestritten und damit mehr als 3.100 BesucherInnen die 5. Berlin Biennale in ihren unterschiedlichen Formaten und Positionen nahe gebracht. Die Vermittlung wurde in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Polnisch von MuttersprachlerInnen angeboten.

Zahlreiche internationale Museums- und Trusteegruppen wurden im Rahmen der Eröffnung und während der Laufzeit der Ausstellung durch die Ausstellung geführt, u. a. Freunde des Busch Reisinger Museums, Köln; Patrons der Royal Academy of Arts, London; The Moore Space Miami; Tate Modern, Platinum Group, London; Freunde und Mitglieder der Kunsthalle Basel und Art Partners Herzliya, Israel.
Viele deutsche und internationale Museen und Kunstvereine reisten mit Ihren Mitgliedern an: Freunde der Nationalgalerie, Berlin; Freunde des Kunstmuseum Wolfsburg; Guggenheim Club, Berlin; Freunde des Museum Weserburg, Bremen; Freunde der Kunstsammlung Nordrhein Westfalen, Düsseldorf; Freunde des Neuen Museum, Nürnberg; Freunde der Kunsthalle Hamburg; Badischer Kunstverein, Karlsruhe; Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und Museum Ludwig, Köln; Aargauer Kunsthaus; Kölnischer Kunstverein; Kunstverein Braunschweig; Kunstverein Hannover; Verein zur Förderung moderner Kunst
e. V., Goslar.
Darüber hinaus konnten wir den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrüßen, den Kulturminister aus Australien, VertreterInnen der Botschaften von Australien, Frankreich, Italien und Polen, den Kulturausschuss des deutschen Bundestages sowie den des Abgeordnetenhauses Berlin, als auch diverse Goethe-InstitutsleiterInnen, KuratorInnengruppen und Presse aus verschiedenen Ländern.
Eine weitere große Gruppe bildeten die Universitäten und Kunsthochschulen, so u. a. aus Amsterdam, Basel, Berlin, Bozen, Bremen, Brüssel, Florenz, Frankfurt am Main, Halle, Hamburg, Karlsruhe, Kiel, Kopenhagen, Leipzig, Lillehammer, Lissabon, London, Paris, Wien, Zürich, als auch diverse Schulklassen aus Berlin und anderen deutschen Städten.

Das von Berliner Galerien organisierte Gallery Weekend Berlin vom 2. bis 4. Mai 2008 wie auch das Pfingstwochenende und Abschlusswochenende der 5. Berlin Biennale sorgten bei der 5. Berlin Biennale noch einmal für einen Strom an BesucherInnen.

 
Medienresonanz
Nicht nur die BesucherInnenzahlen übertrafen die Erwartungen, auch die Reaktionen des Fachpublikums und der Medien sind überwiegend positiv und zahlreich ausgefallen. Neben der umfassenden Berichterstattung in allen relevanten Tages- und Wochenzeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz war das Presseecho in Polen, aufgrund des beteiligten polnischen Kurators Adam Szymczyk, besonders umfangreich; so gab es unter anderem Besprechungen in Gazeta Wyborcza, Dziennik und in Rzeczpospolita.

Erstmals wurde in der Tagesschau (ARD) sowie dem heute journal (ZDF) über die Berlin Biennale berichtet. Zahlreiche Kultursendungen im in- und ausländischen Fernsehen wie arte Kultur, 3sat Kulturzeit, ZDF aspekte oder TVP Kultur Polen sowie nationale und internationale Radiosendungen haben ausführliche Dokumentationen zur 5. Berlin Biennale gesendet.
Zudem sind zahlreiche Artikel in weiteren internationalen Tageszeitungen erschienen, neben The Guardian (Großbritannien), Wall Street Journal, International Herald Tribune und The New York Times (alle USA), auch beispielsweise in Il Sole 24 Ore (Italien), im Aftenposten (Norwegen), in Upsala Nya Tidning (Schweden) oder in der El Pais (Spanien).

Das besondere Medieninteresse an der 5. Berlin Biennale zeigt sich nicht zuletzt auch durch die große Zahl von Artikeln und vielfach äußerst positiven Besprechungen in der nationalen und internationalen Fachpresse. Ausführliche Artikel sind dabei nicht nur in den größten europäischen und US-amerikanischen Publikationen, wie dem Artforum International (USA), der Art Monthly, ArtReview, Frieze (alle drei Großbritannien), Exit Express (Spanien), Flash Art (Italien), Artpress (Frankreich) und in art – das Kunstmagazin und im Kunstforum International (beide Deutschland) erschienen, sondern auch in Artist (China) und Bijutsu Techo (Japan).

Im Folgenden eine kleine Auswahl:

Artnet, 3.4.2008 (Belinda Grace Gardner)
„Die Kuratoren haben dreist gelogen, als sie während der Pressekonferenz und in vielen Vorabinterviews bestritten im eigentlichen Sinn ein Konzept zu verfolgen. Das Konzept ist eine Deklination der Ausstellungsorte. Der große Erfolg aber ist tatsächlich die Verschwiegenheit dieses Konzeptes. Es lässt den Arbeiten Raum und vermeidet die Wiedererkennbarkeit.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5.4.2008 (Niklas Maak)
„Fast alle in der Nationalgalerie gezeigten Künstler beschäftigen sich am Beispiel der Architektur mit der Moderne, ihren Versprechen und Irrwegen, was diese Biennale schon einmal wohltuend von allen anderen Großausstellungen unterscheidet.“

Süddeutsche Zeitung, 5.4.2008 (Holger Liebs)
„Die fünfte Berlin Biennale bietet also äußerst zwiespältige Erfahrungen. Diese Kunst weigert sich, aufzutrumpfen oder eingängig zu sein, erschließt sich nie sofort – bunte Zutraulichkeit ist ihr, schon wegen der vielen historischen Sujets, fremd. Schreiend bunt ist Berlin schließlich, in seiner Reklameseligkeit, selbst. Doch vielleicht kommt die BB5 ja gerade deswegen erst in Zukunft ganz zu sich selbst; sind die Ausstellungen doch nur ihr einer, ihr „Tag“-Teil. Nachts knipst die Biennale ihre Leuchtfeuer an; nachts organisiert sie „Beschwerdechöre“, wagt sich an eine Psychoanalyse des Automobils, materialisiert „Schattenzwillinge“, bietet Vorträge über das Träumen im  Wachzustand oder Levitation an und allerlei Performances, Filme und Vorträge. Und das alles erst so richtig abends losgeht, ist ja irgendwie auch etwas Berlinerisches.“

Die Tageszeitung, 5.4.2008 (Brigitte Werneburg)
„Wenn die Dinge keine Schatten werfen, trägt sich die 5. Berlin Biennale mit ihrem Titel hochpoetisch dem Publikum an. Was immer das meint, am Ende des Ausstellungsparcours macht man sich seinen eigenen Reim darauf, der lautet, da waren Streber am Werk. Die Streber die immer alles richtig machen und dem Lehrer oder Prof gefallen wollen, die fleißig mitschreiben, was angesagt ist an Themen, Methoden, Materialien und Theorie.“

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 6.4.2008 (Peter Richter)
„Sie wird immer besser, je länger man draufschaut (…).“
„Das ist eigentlich das Schönste, wenn die Kunst im Grunde nur noch als Textmarker fungiert um die Stadt lesbarer zu machen. Das haben Filipovic und Szymczyk erstaunlich unprätentiös hingekriegt. “


The Guardian Weekly, 18.4.2008 (Adrian Searle)
“I was nervous that this latest, called When Things Cast No Shadow, would disappoint. It is less spectacular; there are fewer big-name artists. It proceeds by stealth, offering possibilities rather than answers, conditions rather than a theme. What is meant by the title? If art casts no shadow, it is either dead or without substance. More likely the curators Adam Szymczyk and Elena Filipovic wish us to cast our own shadows here. The result is a more generous and rewarding biennial than most.”

Artpress, 5/2008 (Aneta Panek)
“Avoiding the usual parameters—clearly defined theme and form, set dates—the Biennale has set out to engage critically with the work of the fifty invited artists and subvert the classical forms of such exhibitions… Those who enjoy the discreet charm of Berlin, a city in a state of permanent deconstruction, will appreciate this fifth Biennial, which is full of secrets, surprises and experiments, as its curators wanted it to be.”

Frieze, 5/2008 (Martin Herbert)
“Going to a town that has already been burnt down, [Szymczyk and Filipovic] torched the obviously shaky tenets of biennial making (oracular theoretical aspirations, parades of big-name artists, domineering regional specificity and static displays), but what remains – their internationalist taste, the lineaments of tone and associations – makes for a great show. Like few biennials in recent memory, it’s driven by mood: a mix of wiry and weary that feels wholly contemporary…”

New York Times, 18.5.2008 (Kimberley Bradley)
“All in all, the biennial is great for discovering work by some young, lesser known artists, and the show’s approach is a surprise in the Berlin art scene, which is increasingly about more, bigger, brasher. Visitors ‘should look at the work itself, not the shadow, not the hype.’”

art – Das Kunstmagazin, 06/2008 (Roger M. Buergel)
„Was ist eine Ausstellung? Was ist Kunst? Diese Biennale geht hinter ihre eigenen Vorraussetzungen zurück. Sie erforscht die Möglichkeiten, die sich aus der Vorraussetzungslosigkeit ergeben, und sie verortet schöpferisches Vermögen im Nicht-Ereignis.“

Artforum, Summer 2008 (André Rottmann)
“If Szymczyk and Filipovic emphasize in their own contribution that their intention was not to organize their exhibition around content defined a priori, it nevertheless becomes clear that this Berlin Biennial—even though its title, “When Things Cast No Shadow,” summons a metaphorical suspension of historical indices—reflects above all contemporary art’s current interest in modernism’s formal languages and revisits the concomitant aspiration to artistic autonomy. These concerns were amply evident in last year’s much-debated Documenta 12, but whereas that exhibition for the most part emphasized morphological correspondences between the abstract forms of high-modernist art and premodern aesthetics, Szymczyk and Filipovic instead present projects that, by way of references to specific historical moments and aesthetic currents in artistic modernism and modernity at large, continuously link an engagement with this legacy to the sites of the exhibition.”

Kunst Bulletin, 6/2008 (Maren Lübbke-Tidow)
„Die Ausstellung von Adam Szymczyk und Elena Filipovic arbeitet gegen Konzepte des direkten Konsums, eine Oberflächenrezeption prallt an den ausgestellten Werken weitgehend ab. Es ist eine Ausstellung, die keine direkte Adressierung zu haben scheint, die jegliche Kategorisierung verweigert, dafür aber die Arbeiten der zu großen Teilen noch unbekannten Künstler und Künstlerinnen selbst zum Klingen bringen will. Die Ausstellung verlangt nach Entschleunigung in der Betrachtung, fordert die Auseinandersetzung mit jeder einzelnen Position und fügt (sich?) am Ende dennoch zu einem Ensemble richtig gut platzierter Werke.“

Texte zur Kunst, 6/2008 (Axel John Wieder)

„Diese 5. berlin biennale, so mein Eindruck, scheint es nicht unbedingt auf heftige Reaktionen anzulegen. Damit möchte ich nicht jener Kritik zustimmen, die die von Adam Szymczyk und Elena Filipovic kuratierte Ausstellung für zu brav, zu streberhaft, intellektuell oder fachbezogen hält. Mir hat die Unaufgeregtheit im Gegenteil sehr gut gefallen.“

Die Zeit, 5.6.2008 (Tobias Timm)

„Man kann diese Leere als Strategie verstehen, als den Versuch, in einer hysterisierten Kunstwelt auch dem Unscheinbaren, dem Leisen und Nachdenklichem wieder Raum zu verschaffen. Auch das Komische und Absurde bekommt auf dieser Biennale eine Chance...“

Hier finden Sie die Website der 5. berlin biennale für zeitgenössische kunst

 
Kunstwerke Berlin

Kulturstiftung des Bundes


Die Berlin Biennale wird organisiert durch die
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und
gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.